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Die Ölfrage beschäftigt schon viele Foren über viele Seiten mit teils hitzigen Diskussionen. Am Ende ist keiner schlauer als vorher. Wer sich mit der Thematik jedoch etwas näher beschäftigt wird vieles verstehen. Auch sollte man bei Vergleichen die Angabe xW-xx weniger wichtig nehmen, als die Angaben in den Werksdatenblättern, die da schon aussagekräftiger sind. Die Viskosität bei 40°C und bei 100°C lassen gute Vergleiche zu, ausserdem die HTHS-Viskosität bei 150°C. Hier sieht man z.B. das die 40er Öle weit breitbandiger sind, als die deutlich dünneren 30er Öle. Also 5W-40 vs. 5W-30.

Wer sich nicht sicher oder es ihm egal ist, welches Öl, schaue in seine Betriebsanleitung welche Freigabe dort angegeben ist. Fast alle Hersteller von Motorölen bieten nach Herstellerfreigabe an. Bei BMW gibt es davon drei. Long Life (LL) 98, LL01 und LL04. Letztere entspricht weitgehend der LL01 nur ergänzt um aschereduzierte Öle für Dieselfahrzeuge mit Dieselpartikelfilter (DPF). In der Regel fährt man beim Benziner am besten mit einem 5W-40 aus LL01, idealer Weise vollsynthetisch. Hier kann man wenig falsch machen, vor allem im gewöhnlichen Alltagsbetrieb, wo kaum Drehzahlen gefordert werden.

Möchte man seinen Motor jedoch etwas mehr schonen, so wie ich es halte, kann man auch davon abweichen. Bei älteren Gebrauchtwagen braucht man auch keine Rücksichten auf Garantie, Gewährleistung oder Kulanz nehmen. Auch müßte in einem Streitfall bewiesen werden, das dieses Öl für den Motor schädlich wäre.

Daher verwende ich das Motul 300V Power 5W-40. Dieses Öl hat einen hohen Anteil an synthetischen Estern, welches man auch sogleich am "fruchtigen" Geruch dieses Öls erkennt. Ester sind spezielle Fette mit extremer Beständigkeit in ihren Eigenschaften, welche sehr hohen Temperaturen wie Drücken standhalten. Motul bietet beim 300V eine breite Palette von 20W-60 über 15W-50 herunter bis zu einem 0W-15 an. Für die meisten modernen Motoren mit Hydrostößeln ist das 5W-40 ein guter Kompromiß aus Viskosität und Stabilität.

Dieses Öl ist vornehmlich für den Rennsport gedacht, erfüllt bzw. übertrifft aber alle üblichen ACEA-Standards. Nun werden viele einwerfen, das wäre doch übretrieben, wer fährt schon ständig mit Vollgas herum? Die guten Eigenschaften vom Motul 300V liegen in der extremen Schmierfähigkeit, auch im Alltagsbetrieb. Denn der Motor läuft hörbar ruhiger, weniger mechanische Geräusche lassen schon auf eine sehr gute Schmierung schließen. Dem nicht genug, selbst nach einigen Tagen Standzeit sind noch alle Metallflächen mit einem dünnen Ölfilm benetzt, so geht auch der nächste Kaltstart selbst nach längerer Pause noch gut geschmiert von statten, wo viele Standardfreigabeöle schon längst weggetrocknet sind. Auch das hört man gut, wenn man sich nicht im Innenraum abkapselt. Kein Dichtungsfraß, kein Schlammbildung, keine Verkokungen, etc. das Motorinnere ist mit dem Öl stets sehr sauber, da auch das 300V eine sehr gute Reinigungswirkung hat. Selbst nach dem Umölen von einem gewöhnlichen Paraffinöl wird das Motul 300V mit jedem Ölwechsel etwas heller, da der Dreck mit der Zeit rausgewaschen wird. Empfehlen tue ich einen Zwischenölwechsel je nach Intervall zwischen 10-15tkm. Solange der Ölverbrauch nicht zunimmt, könnte man im Prinzip sogar ein normales Intervall durchfahren.

Ich bin nun schon mehr als 200tkm auf mehrere Motoren verteilt gefahren und kann die vorigen Ausführungen nur positiv bestätigen.

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Die Ölabsaugung funktioniert beim M54 recht gut und es bleibt nicht nenneswert mehr an Ölrest in der Ölwanne.

 

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Am Öldeckel bildet sich nur bei Kurzstreckenfahrten im Winter eine Schleimspur. Wird der Wagen regelmäßig warm gefahren, sieht es so sauber wie hier aus.

 

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So sieht ein gesunder Motor ölmäßig aus. Schön goldbraune Benetzung ohne Schlamm oder eingebrannten, schwarzen Rückständen. Seit 90tkm mit Motul 300V 5W-40.