Das Nakamichi CR4 war unterhalb der Toplinie angesiedelt und stellt ein Cassettendeck für sehr hohe Ansprüche dar, welches man getrost in die Spitzenklasse einordnen kann.

 

Nakamichi CR-4E_1

Dieses Exemplar ist noch gut erhalten und hatte nur kleine Fehler, insbesondere war eine Wartung anstehend. Das "E" in der Modellbezeichnung steht für die Europa-Version (mehrere Netzspannungen wählbar).

 

Nakamichi CR-4E_2

Durch einen Anstoß war die Potiachse verzogen und mußte wieder gerichtet werden.

 

Nakamichi CR-4E_3

 Die Verarbeitung ist sehr gut, auch innen, die Bauteile höherwertig. Der Netztrafo besonders gut geschirmt gegen Brummstreuungen.

 

Nakamichi CR-4E_4

Zunächst muß zum Tausch von Riemen und Andruckrollen das Laufwerk ausgebaut und geöffnet werden.

 

Nakamichi CR-4E_5

 

Nakamichi CR-4E_6

 

Nakamichi CR-4E_7

 

Nakamichi CR-4E_10

Das Laufwerk hat einen kombinierten Direkt- und Riemenantrieb. Der rechte Capstan (hier links, weil von unten gesehen) ist ein Direktantrieb, der mittels Riemen den linken Capstan (hier rechts) antreibt.

 

Nakamichi CR-4E_2

Das Laufwerk von hinten. Oben sehen wir den Spulenmotor. Die Platine enthält die Antriebsspulen.

 

Nakamichi CR-4E_8

Links der Hubmotor, der den Kopfschlitten auf- und absteuert.

 

Nakamichi CR-4E_9

Im Gegensatz zu den meisten anderen japanischen Cassettendeckherstellern, die zumeist Motoren von Mabuchi oder Matsushita verbauten,  verwendete Nakamichi eigene Motoren.

 

Nakamichi CR-4E_1

Das geöffnete Laufwerk in der Übersicht. Oben die Erregerspulen für den Direktantriebsmotor.

 

Nakamichi CR-4E_3

 

Nakamichi CR-4E_4

Nun sind beide Rückhaltesysteme abgenommen und geben den Riemen zum Wechsel frei.

 

Nakamichi CR-4E_1

Links der Direktantrieb, die Schwungscheibe enthält einen polarisierten Ringmagneten aus Ferrit.

 

Nakamichi CR-4E_6

Zur Prüfung und Nachölung der Lager werden beide Achsen gezogen.

 

Nakamichi CR-4E_8

Die feingedrehte Schwungscheibe, des Hilfscapstans.

 

Nakamichi CR-4E_7

Der Capstandirektantrieb von der Innenseite. 

 

Nakamichi CR-4E_2

Die Gegenseite, die über der zuvor abgebildeten Motorschwungscheibe liegt. Hier sieht man die vier Erregerspulen und zwei Hallsensoren.

 

 Nakamichi CR-4E_9

Die Capstanachsen haben mattierte Laufflächen, hier noch ungereinigt. Die Achse selbst zeigt keinerlei Verschleißerscheingungen.

 

Nakamichi CR-4E_5

Die Innenseite des Laufwerks.

 

Nakamichi CR-4E_3

Die Vorderseite des Laufwerks. Auch hier werden die Bandwickel mit Zahnrädern anstatt Gummireifen angetrieben.

 

Nakamichi CR-4E_4

Blick ins offene Laufwerk von vorn. In der Mitte der Wiedergabetonkopf, links daneben der deutlich kleinere Aufnahmetonkopf. Etwas weiter links ebenso klein der Löschkopf. Die Besonderheit ist hier die selten angewendete Möglichkeit, den Azimut von Wieder- wie Aufnahmetonkopf voneinander getrennt einzustellen. Die meisten Dreikopfgeräte der Konkurrenz hatten gemeinsam zu einer Einheit verklebte Auf- und Wiedergabeköpfe, die zumeist mit einem geringen Azimutfehler zueinander standen. Aber gerade das verhindert letzte Feinheiten an Hochtonwiedergabefähigkeit.

 

Nakamichi CR-4E_6

Während man an den vier mittleren Zahnrädern die Tonköpfe in Spur und Höhe verstellen kann, dienen die beiden äußeren der Azimuteinstellung. Diese mußte hier deutlich nachkorrigiert werden, denn auch hiervon hängt die Fähigkeit zur feinen Hochtonwiedergabe ab.

 

Nakamichi CR-4E_10

Die Potiachse konnte weitgehendst gerichtet werden, Riemen und Rollentausch verliefen erfolgreich.

 

Nakamichi CR-4E_8

 

Nakamichi CR-4E_9

Die benutzerseitige Einmessung auf der Frontplatte geschieht hier manuell mit einem intern generierten Testton. Mittels einer Abgleichanzeige kann man dann die entsprechenden Bandsorten nach Wunsch einstellen. Das ist für den etwas erfahrenen Benutzer hilfreicher, als eine computergesteuerte Vollautomatik, die nicht immer die optimalen Ergebnisse bringt.

Mit dem CR-4 gelingen sehr hochwertige Aufnahmen mit einer sehr ansprechenden Wiedergabe. Selbst bei hochwertigen Plattenspielern mit sehr hochwertigen Tonabnehmern sind die Unterschiede zwischen Vor- und Hinterband bereits verschwindend gering. Auch die Laufwerksteuerung arbeitet präzise wie bandschonend, dabei auch recht leise.

 

Nakamichi CR-4E_6

Typische Gleichlaufwerte vor dem Riementausch.

 

Nakamichi CR-4E_1

Nach dem Riementausch ist der Gleichlauf etwas besser und gut für einen Doppelcapstan mit Riemenantrieb. Der Direktantrieb stabilisert recht gut den Hauptcapstan.

 

Nakamichi CR-4E_1

Der erzielbare Frequenzgang ist bereits mit einer einfachen TDK-D TypI mit 21kHz sehr gut. Messung ab 1kHz.

 

Nakamichi CR-4E_3

Auch die japanische Standard TypII-Cassette TDK-SA macht eine sehr gute Figur mit linearen Frequenzgang bis 21,5kHz.

 

Nakamichi CR-4E_4

Hier wurde bei der Benutzereinstellung an der Frontseite etwas von der Vormagnetisierung (BIAS) zurückgenommen. Es entstand im Brillianzbereich ein leichter Peak, der aber zu einer Erweiterung des Frequenzganges genutzt werden kann, so fälltt die SA hier erst bei 23kHz am -3dB Eckpunkt ab.

 

Nakamichi CR-4E_2

Die Maxell MX Typ IV bringt es mit dieser Fronteinstellung sogar auf knapp 25kHz. Das ist schon ein respektabler Wert, denn nur noch wenige Decks erreichen und noch weniger übertreffen. Die Aufnahmen sind hier bereits sehr feinzeichnend.

Das Nakamichi CR-4E empfiehlt sich als sehr gut benutzbares Casssettengerät mit hervorragenden Klangeigenschaften, guter Verarbeitung und Bandsteuerung und logischer Bedienbarkeit.

Nakamichi CR-4 E

 Daten

(www.hifi-wiki.de)

Allgemein

  • Hersteller: Nakamichi
  • Modell: CR-4 E
  • Typ: Single
  • Baujahre: 1988-1992
  • Herstellungsland: Japan
  • Farbe: schwarz
  • Fernbedienung: RM-5 (optional)
  • Leistungsaufnahme: 38 Watt
  • Abmessungen: 435 x 100 x 265 mm (B x H x T)
  • Gewicht: 5,9 kg
  • Neupreis: 2.000.- DM (UVP)


Anschlüsse

  • Anzahl der Eingänge:
    • Line 50mV/30 KOhm
  • Anzahl der Ausgänge:
    • Line 0,5V/2,2 kOhm
    • Kopfhörer


Technische Daten

  • Tonköpfe: 3
  • Motoren: 3
  • Gleichlaufschwankungen: ± 0,027% (WRMS), ± 0,048% (DIN)
  • Bandarten: Typ I / II / IV
  • Frequenzgang: 20-20.000 Hz (Aufnahmepegel: - 20 dB, Type IV; Type II)
  • Klirrfaktor: weniger als 0,8 % (400 Hz, 0 dB, Typ IV)
  • Signalrauschabstand: besser als 66 dB bei Dolby B, 72 dB bei Dolby C (Metall)
  • Umspulzeit: ca. 80 Sekunden (C-60)
  • Auto-Reverse: nein
  • Titelsuchlauf: nein
  • Dolby: B / C
  • MPX-Filter: ja, schaltbar
  • Fader: nein
  • Pitch-Kontrolle: nein
  • CD-Synchro-Aufnahme: nein


Besondere Ausstattungen

  • Hinterbandkontrolle
  • Doppel-Capstan mit Direktantrieb
  • Bias/Level-Kalibrierung mit Testtongenerator
  • LED-Pegelanzeige mit 2 x 13 Segmenten
  • Ausgangspegel regelbar
  • Verkupfertes Chassis
  • Vergoldete Ein- und Ausgänge