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1978 erschien der PS-X70 als Nachfolger des PS-X8750. Sony vereinfachte hier einiges, da der 8750 sehr aufwändig gebaut wurde und entsprechend kostspielig. Dennoch ist der PS-X70 kein Billigmodell. Das Gehäuse besteht aus bedämpfenden Kunststoff, die Stellfüße gut dämpfend gegen die Stellfläche. Der Tonarm PUA-7 in der Automatikversion ist eine solide, kugellgelagerte Konstruktion mit einfacher Bedienung, hier war der PUA-1600 S im Voränger deutlich aufwändiger und anspruchsvoller. Den PUA-7 gab es auch separat als Einbautonarm mit Gewindeschaft. Optisch und konzeptionell lehnte er sich an den Studiotonarm PUA-9 an. Der Tonarm vom PS-X70 wird mit einem separaten Motor geführt, der PS-X70 ist ein vollautomatischer Plattenspieler. Konkurrent war damals der Technics SL-1310 MkII, dessen Tonarm direkt vom Laufwerk angetrieben wurde. Beide Plattenspieler führten das Feld der Vollautomaten an.

Das Laufwerk ist in bewährter Bauart als Direktantrieb mit Quarzfrequenstabilisierung ausgelegt. Diese Regelung kann man auf "analog" umschalten und dann die Geschwindigkeiten getrennt für 33 und 45 verstellen.

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Die geöffnete Unterseite. Aufallend noch die aufwändige Verdrahtung. Der Netztrafo ist schwimmend aufgehangen und gekapselt, um elektrisches wie mechanisches Brummen zu unterdrücken. Die Tonarmmechanik befindet sich oben links und ist deutlich komprimierter aufgebaut, als jene, die vom Plattenteller angetrieben wurden, daher auch schwieriger in der Wartung, da viele schwer zugängliche Kleinteile enthalten sind.
Bei diesem Exemplar bestand das Problem, das der Tonarm nicht mehr vom Motorantrieb bewegt werden konnte. Als Ursache stellte sich ein durch Verharzung des Schmierfetts festklemmender Tonarmlift heraus, welcher von der Antriebsscheibe des Tonarmantriebs mitbewegt wird. Das erschwerte erheblich den Antrieb. Infolge dessen zog der Motor sehr hohe Ströme, welche den Stromversorgungstransistor durchschmoren ließen.

 

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Die Lötstellen des Transistors, er wurde so heiß, das die Lötstellen schon weich wurden und die Kunststoffschraube der Kühlblechbefestigung verschmolzen war.

 

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Hier der neue Ersatztransistor mit neuer Kunststoffschraube (links) wieder an seinem Platz.

 

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Hier der Zapfen des Liftes. Eigentlch hätte er ausgebaut werden sollen, hierfür brauch man aber einen Spezialinbus bestimmter Länge, damit sich die Tonarmmechanik ausbauen läßt. Aber es gelang, den Lift mittels Lösemitteln auch ohne Ausbau freigängig zu bekommen. Anschließend bekam er etwas Dämpfung mit Silikonöl.

 

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Probelauf zur Überprüfung und Einstellung der Parameter. Man kann den PS-X70 rein manuell bedienen oder automatisch. Bei letzterem sollte man aber sehr aufpassen, vorher den richtigen Plattendurchmesser mit dem Drehknebel rechts auszuwählen, sonst setzt der Arm auf der Gummimatte auf, das kann bei hochwertigen Tonabnehmern recht kostspielig werden, denn die Nadel ist in hoher Gefahr. Spätere Modelle hatten eine automatische, optoelektronische Erkennung des Plattendurchmessers.

 

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Auch mit sehr eng geschnittener Auslaufzone kommt die Endabschaltung zurecht. Der Tonarm hob nicht zu früh ab. Hier scheitern viele Automaten.

 

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Die Tasten lassen sich auch bei geschlossener Haube (hier nicht montiert) bedienen.

 

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Der Tonarm PUA-7 ist solide in der Bedienung und empfindlich genug, um auch MC-Tonabnehmer gut zu führen. Er kann in der Höhe und im Antiskating eingestellt werden, die Auflagekraft wird statisch per Balance eingestellt. Zudem gibt ein einschraubbares Zusatzgewicht, um schwerere Headshells ausbalancieren zu können. Der Lift hat eine Klemmschraube, da er nachträglich zur eingestellten Tonarmhöhe angepasst werden muß.