Thorens TD 126 MkII

 

Etwa 2008 erstand ich in der Bucht zwei identische TD126MkII zum Preis von einem. Allerdings ist der Zustand der beiden schon jämmerlich, da diese mindestens zwei Jahre im feuchten Keller des Vorbesitzers verbrachten und offenbar schon einiges mitgemacht hatten. Die beiden 126er muffelten nach Keller und die Teller waren schon fleckig angelaufen. Die Abdeckhauben wollte der Verkäufer erst gar nicht mitgeben, weil zerbrochen, ich habe sie dann aber doch noch bekommen. Die eine Haube hat nur ein herausgebrochenes Stück, welches sich wieder einkleben lassen sollte. Die Seriennummern unterscheiden sich nur um zwei Zähler der Einerstelle, anscheinend sind sie zusammen bestellt und geliefert worden. Aber nicht nur das ist bei diesen beiden MkII-ern selten, sie stammen anscheinend aus der Zeit, als bereits der MkIII in Produktion war, aus den Tellereinprägungen auf deren Unterseite konnte ich 1980 ermitteln. Denn sie haben schon alle Merkmale, die eigentlich dem neueren MkIII vorbehalten waren: Tasten mit Symbolfeldern, 7mm-Messinglager, TP16MkIII. Die Frontblende paßt dazu, da die Symbole für die Tasten korrekt ausgespart sind, aber die Modellbezeichnung dennoch auf den MkII hinweist. Der Motor ist der bekannte Synchronmotor, welcher aber gleich aufgrund eines durchgebrannten Steuerwiderstandes in der Motorsteuerung seinen Dienst versagte. Thorens lieferte für den Diskothekenbetrieb auf besonderen Wunsch weiterhin die MkII, deren Rutschkupplung besonders stramm eingestellt war, um so schnelle Hochlaufzeiten zu ermöglichen, was der MkIII mit seinem deutlich schwächeren Gleichstrommotor nicht bieten konnte. Im Heimbetrieb ist das auch nicht weiter von Belang. Der Diskothekeneinsatz erklärt letztlich auch die Lieferung als Pärchen wie auch dessen Zustand, der wohl vom harten Alltagsbetrieb geprägt war, also zwei echte Arbeitspferde.

Hier zeige ich den Wiederaufbau des besser erhaltenen Exemplars. Ob ich den Zwillingsspieler auch wieder aufbaue, ist noch nicht entschieden, da hier zu viele Teile ersetzt werden müßten.

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Als nächstes kommt erst einmal eine Bestandsaufnahme während der Demontage. Hier kommen die notwendigen Arbeiten erst zum Vorschein.

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Ausgangszustand wie erworben. Als Matte war nur eine ranzige Filzmatte dabei, de ich gleich entsorgt hatte.

 

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Die Zarge hat einige Spuren und man sieht hier auch das ausgebrochene Stück der Abdeckhaube.

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Die Frontblende hatte ich schon mit Glasrein vorgereinigt, war total gilb-versifft. Eine Endreinigung steht noch an...


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Die Rückseite der Zarge sieht noch recht brauchbar aus, auch wenn man später dort kaum hinschauen kann...



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Nach Entfernen des Subchassis kommt die Montageplatte zum Vorschein...

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... wo sich im Lauf der Jahr eine Menge Dreck angesammelt hat. Aufgrund der "knackig" sitzenden Schrauben stellte ich fest, das diese Teile noch nie angefasst wurden.



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Das Schaumgummipolster hinter der Frontblende löst sich auf und muß ersetzt werden.

Nach der Zerlegung wurde zunächst die Zarge aufgearbeitet, mehr in diesem Unterartikel


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 Alle anderen Teile lagern sortiert in alten Fotoschalen.

 

 


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Der Synchronmotor...muß auch zwecks Reinigung zerlegt werden.

 

 

 Nun kommt die Montageplatte dran

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Der grobe Dreck mit einer weichen Stahlbürste und etwas Glasreiniger



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Ein erster Unterschied wird sichtbar, der Dreck haftet aber hartnäckig, eine verbackene Schicht aus Staub und Aerosolen.


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Eine rotierende weiche Stahlbürste macht es zuweilen etwas leichter

 

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Aber erst die Intensivbehandlung mit Stahlfix macht dem Dreck den Garaus. Zu spät erkannte ich leider, das der Hauptwirkstoff Zitronensäure direkt aus einer Zitrone den Stahl noch blanker gemacht hätte...


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Zusammen mit der Frontblende und der Tastenleiste, welche ebenfall mit Stahlfix eingerieben wurden, ging es in den Waschgang.


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So schauts schon wieder besser aus.


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Das Montageteil zeigte leichte Rostansätze, die mit Rostumwandler behandelt wurden, anschließend eine kleine Abreibung mit Ballistol.



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Die Federaufnahmen habe ich mit Vaseline am Gewinde eingerieben, damit drehen sie leicht und die Gefahr einer Beschädigung ist nahezu gebannt. An meinem TD126MkIII hatte ich das damals nicht gewußt und mit Gewalt per Zange gedreht, so daß zwei dieser Federaufnahmen dadurch zerstört wurden, nicht mehr drehbar und angebrochen...


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Montageetappe. Die Zarge wurde zum Schutz gegen Kratzer während der Montage abgeklebt.



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Der Motor wird zur Reinigung teilzerlegt, vor allem die Rutschkupplung.



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Gleitseite der Rutschkupplung


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Filzscheibe der Rutschkupplung. Die Rutschkupplung ist zu schwergängig und daher wirkungslos.
Ich habe die Filzscheibe mit etwas Kreide eingerieben und eine schwächere Andruckfeder aus der Grabbelkiste verbaut.


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Um die Motorachse hatten sich viele Fasern festgesetzt, die mit einem Pfeifenreiniger entfernt wurden.


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Dann wurden die Motorlager mit dem passenden Öl von Joel nachgeölt.


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Dann fand der Motor wieder an seinen angestammten Platz zurück.
Die eine falsch montierte Riemenbegrenzung wurde mittlerweile korrigiert.

 

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Der Halter des Stroboskopspiegels....



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...mußte noch gereinigt werden.

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Ebenso die Stroboskopoptik samt Halterung.



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Wieder montiert...


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An seinem Platz.

 

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Als nächstes wird nun der Strobospiegel nach seiner Reinigung wieder eingebaut.


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Ein Kringel UHU drauf....

 

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...paßt.

 

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Dann kam die Tastenleiste. Nach der Wäsche im Geschirrspüler ist sie sehr "trocken" auf der Oberfläche und scheint etwas angelaufen zu sein.

 

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Mit Ballistol und einem Baumwolltuch fein ein- und dann wieder trocken gerieben, war der alte, orignale seidige Glanz wieder da.

 

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Nun geht es an die Bestückung der Leiste.

 

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Das Fenster für das Stroboskop. Das Kunsstoffglasfenster habe ich ein wenig mit Xerapol aufpoliert und schon waren die Kratzer weg.

 

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Dann wurden die Tasten gereinigt, Kontaktbleche neu gesetzt und wieder alles zusammengesetzt.

 

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So langsam erkennt man wieder den TD126.

 

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Jetzt kann die Leiste mit der Elektronik in die Zarge montiert werden.

 

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Als nächstes die beiden Schutzabdeckungen der netzspannungsführenden Teile...

 

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...die nach ihrer Reinigung wieder an ihren alten Platz fanden.

 

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Der Einsatz für die Stroboskopbeleuchtung.

 

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Die Stroboskopglimmplampe....

 

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...die hier eingesetzt ist...

 

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...und hier mit aufgesetzten Streuglas ihren Dienst wieder aufgenommen hat. Das Streuglas war leider auf der rechten Seite gebrochen, der Superkunststoffkleber scheint aber zu halten. Die beiden Zellen leuchten abwechselnd mit jeder Netzphase.

 

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Nach Reinigung der Glühbirnchen leuchten auch die Tasten wieder richtig und die gereingiten Knöpfe sind wieder bereit, bedient zu werden.

 

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Der Motor beim freudigen Drehen...

 

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Mit Frontplatte sieht er nun schon wieder recht vertraut aus.

Das Schwingchassis und Tonarmbrett machten keinen mehr so guten Eindruck mehr vom Lack her. Der Nextellack hatte über die Jahre doch gelitten, hatte Verschleißspuren und löste sich teils schon auf, das merkt man daran, das er beginnt klebrig zu werden. Also wurde er abgeschliffen.

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Etwas Schleifspuren verblieben...

 

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...welche mit Spritzspachtel verfüllt verden konnten.

 

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Dann stand einer Neulackierung in Schwarz nichts mehr im Wege. Schwarz paßt besser zum Design, da nur eine Farbe (hier Nußbaum) dominieren sollte. In Schwarz/Nußbaum wurden die TD126 auch ab Werk geliefert.

 

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Entfernen alter Klebstoffreste der Gummidämpfer.

 

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Die Unterseite wurde dann mit Bitumen bedämpft.

 

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Nachdem die Federn wieder eingesetzt wurden konnte das Schwingchassis wieder montiert werden.

 

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Dann kann des Tonarmbrett mit Tonarm montiert werden. Der Innenteller sitzt auf wieder in seinem Lager.

 

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Die Tonarmverkabelanschluß wurde mit dem kapazitätsarmen RG62 ausgeführt.

 

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Der Riemen des elektrischen Tonarmlifts wurde erneuert.

 

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Zu einer weiteren Überprüfung wurde das Elektronikbord nocheinmal entfernt.

 

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Die Montagehalter für die Frontteile.

 

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Das Serienschild kehrte an seinen ursprünglichen Platz zurück. Leider hatte es rechts bereits einen kleinen Schaden.

 

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Fertig für einen ersten Funktionstest.

 

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Es folgt nun die Aufarbeitung der Haube. Sie war sehr stark verkratzt. Während das Rückteil noch mäßig beschädigt war, war die eigentliche Haube schon so verkratzt, daß der Vorbesitzer sie eigentlich erst gar nicht mitliefern wollte. Als erstes werden die gröbsten Kratzer ausgeschliffen.

 

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Sehr tiefe Kratzer sind dabei nicht mehr vollständig ausschleifbar, können aber wenigstens in ihrer optischen Wirkung abgeschwächt werden.

 

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Nach den groben Einzelschliffen kommt die flächige Verschleifung in immer feineren Graden.

 

 

 

Fortsetzung folgt...