Der TD 520 war der letzte große Thorensplattenspieler. Nachdem aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion des Topmodells TD 126/127 eingestellt werden mußte, verblieb eine Zeit lang nur der TD 320 mit seiner vereinfachten Bauweise in Produktion. Doch viele Thorensfreunde fragten weiter nach einem großen Modell in der Tradition des TD 126/127. So entschied man sich im Werk Lahr, auf Basis des TD 320 eine vergrößerte Variante zu konstruieren, die auch wieder die Montage von langen Tonarmen ermöglichte. So entstand 1986 der TD 520, der wie beim TD 320 aus einer Vollzarge aus Spanholzplatten bestand, so auch das an drei Blattfedern aufgehangene Schwingchassis. Der TD 520 wurde in verschiedenen Zargenoberflächen geliefert. Bekannt sind mir Mahagoni, schwarz oder weiß Kunsststoff, schwarz oder weiß hochglanzfoliert, Olive und Esche. Für Werbewzwecke gab es auch wenige Exemplare in Klarsichtacryl statt Holz.

Zusätzlich zum TD 320 erhielt der TD 520 ein Stroboskop ähnlich dem TD 126, welches über zwei Spiegel von oben einsehbar war. Die Beleuchtungsfrequenz war diesmal jedoch nicht an die Netzfrequenz gekoppelt, sondern intern von einem Quarzbaustein generiert. Dadurch reicht eine Teilung der Strobografik. Um auch die Abspielgeschwindigkeit 78 zu ermöglichen, mußte die Motordrehzahl abgesenkt werden und das Pulley gegenüber dem TD 320 MkII vergrößert werden. Aus kostenbedingten Gleichteilegründen bekam der TD 320 dieses Pulley dann auch und wurde zum TD 320 MkIII. 

Der Lift samt Endabschaltung wurde vom TD 320 übernommen, welche nicht mehr mit Ferritspule, sondern optisch mit einer Sichelblende ausgelöst wurde. Dadruch entfiel auch die Möglichkeit, die Endabschaltung zu deaktivieren, da der Lift hydraulisch durch Rastvorspannung und nicht mehr elektrisch angetrieben wurde. Auch der TD 520 war nicht lange in Produktion. Durch die allgemein sinkende Nachfrage nach Plattenspielern, wo der Massenmarkt bis Anfang 90er zur CD als Tonträger migriert war, blieb den Thorensplattenspielern keine lange Produktionszeit, da die Produktion solcher Plattenspieler nur bei einem Mindestabsatz wirtschaftlich betreibbar war.

 

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Der TD 520 von unten bei abgenommener Bodenplatte. Links oben die Endabschaltung, rechts oben der 2 -Phasen-Synchronmotor von Berger, links unten die elekromagnetisch gehaltene Liftbedienung, rechts unten das dem TD 320 recht ähnliche Steuerboard, welches mit einem externen Netztrafo mit ca. 18V~ betrieben wird.

 

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Das Steuerboard von oben. Es wurde vorsorglich der etwas alterungsanfällige FRAKO gegen einen herkömmlichen Elko getauscht. 

 

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Die Sichelblende für die Endabschaltungssensorik ist ein ständiges Ärgernis. Eine Lichtschranke erkennt die Aufblendung am unteren Ende, wodurch die Steuerung dann mittels Schwellwert einen Steuerimpuls auf die Liftsteuerung gibt, die den Elektromagneten löst, der Lift drückt sich dann hydraulisch nach oben, zugleich stoppt der Antriebsmotor. Die Sichel ist aus brüchigen Kunststoff gefertigt und kann dadurch nicht richtig an der nach untern verlängerten Tonarmdrehachse fixiert werden. Entweder rutscht sich mit der Zeit nach unten und schleift oder/und verstellt sich dann in ihrer Position, so daß die Endabschaltung dann nicht mehr funktioniert oder gar der Tonarm horizontal in seiner Beweglichkeit behindert wird. Hier wurde sie mittels Schraubensicherungslack zusätzlich in ihrer korrekten Position fixiert.

 

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Das 10mm-Messinglager ist in sehr gutem Zustand. Am Lagerboden befindet sich eine Scheibe aus Nylatron, die als Lagerspiegel dient. Der Abdruck in der Mitte ist eine Mulde, die vom Lagerdorn eingerieben wurde. Diese ist wichtig für die weitere Lagerfunktion, da sich erst in der Mulde ein Ölfilm aufbauen kann, der den Dorn ausreichend schmiert. Nur so lassen sich die guten Rumpeleigenschaften errreichen.

 

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Die beiden Spiegel für das Stroboskop sind mit der Zeit durch Aerosole angelaufen...

 

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....sie wurden ebenso wie die roten 5 LED und das Sichtfenster gereinigt.

 

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...das ergab zusammen wieder ein brilliantes Stroboskopbild, auch wenn es etwas lichtschwächer als bei den Vorgängermodellen erscheint.

 

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Hier die Stroboskopgrafik am Innenteller. Die Prägung im Metall läßt auf das Herstellungsdatum "27. Kalenderwoche des Jahres 1986" schließen. Im Gegensatz zum TD 127 sieht man am TD 520 wo überall der Rotstift zum Einsatz kam. Das Blech der Strobografik wurde nicht mehr auspoliert und die Riefen lassen die Helligkeit der Kreise drehzahlabhängig variieren.

 

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Dieses Exemplar hatte eine Folierung in Schwarz Hochglanz erhalten. Leider waren durch das Putzen über die Jahre Riefen entstanden. Mit etwas Poliermittel konnte dieser Umstand deutlich sichtbar gemildert werden und die Eigenschaft "Hochglanz" wurde wieder wahrnehmbar.

 

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Nun läuft er wieder, wie er soll.

 

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Dieses Exemplar hat einen werkseitig montierten SME 3012R mit Endabschaltung. Für Selbstaufbauten gab es auch die Variante TD 521 ohne Lift zur Montage eines Tonarmes nach freier Wahl.