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Wer kennt sie eigentlich noch nicht? Die Ausnahmeorganistin, die in Sachen Hammond-Orgel sicher weltweit die führende Organistin ist. Bereits mit 11 begann sie Orgel zu spielen, ihre Eltern erkannten und förderten ihr Talent und schon als junge Frau wurde sie ein Star in der Szene. Neben dem virtuosen, leidenschaftlichen Spiel ist ihre ihre Besonderheit, ebenso die Fußpedalerie virtuos zu beherrschen, im Gegensatz zu anderen, die den Baß mit der linken Hand spielen, nutzt sie so ihre Freiheit, Register und Presets während des Spiels zu ändern und dadurch die Farbpalette der Klänge deutlich zu erweitern

Das vorliegende Album ist eine Besonderheit. Es erschien im Rahmen der Reihe "Studio Konzert" der Bauer Studios in Ludwigsburg, eine feste Adresse für alle Jazzgrößen, auch Pat Metheny hatte neben vielen anderen hier aufgenommen. Die Bauer Studios sind in Sachen Jazz also abgebrühte Profis. Dennerlein hat hierfür neue Tracks komponiert, insofern ist es ein echtes, neues Album und keine Interpretationsvarianten. Zusammen mit dem Schlagzeuger Marcel Gutzke bildet sie ein "Trio", denn ihre Füße können locker einen Kontrabassisten ersetzen. Die Pedale steuern ein MIDI-Gerät an, welches die passenden, gesampleten Kontrabasstöne generiert.

Im Studio finden 28 Zuschauer Platz, die für die "Live"-Atmosphäre sorgen. Aufgenommen wird über Mischpult, welches gleich auf 2-Kanal runtermischt und von dort geht es gleich auf eine Studer A820 mit 38cm/s.

Ja richtig gelesen. Die Reihe "Studio Konzert" richtet sich an den Analogfreund. Es wird ausschließlich analog aufgenommen und die Aufnahme erscheint nur auf Langspielplatte. (Nicht nur, neuerdings bietet Revox in seinem Onlineshop auch einige Masterbandkopieen aus der Studio Konzert Reihe an). Limitiert auf meine ich 2000 Stück. Echtes AAA, das Band wird zur Produktion fertig geschnitten und geht so zum Schneidstudio, wo von dem Band direkt auf die Schneidmaschine die Lackfolie für die Plattenpressung geschnitten wird. Aufgrund der gewollten Limitierung erscheinen die Platten in einer einmaligen Auflage.

Die technischen Details der Aufnahme sind auf dem Cover sehr ausführlich dokumentiert, die Aufstellung aller verwendeten Mikrofone genauso wie das bespielte Bandmaterial.

Erwartungsgemäß leistet sich dieses Analogschmankerl beim Hören keine Schwächen. Die Pressung ist gut, keine störenden Knacker, man kann gut laut hören. Auch klanglich gibt es nichts auszusetzen. Die Orgel hat immer etwas unterlegten Hall und kommt sehr "cool" und authentisch rüber, sie klingt mit ihren Obertonvarianten sogar richtig "schön". Das Schlagzeug fügt sich angenehm effektlos harmonisch in Dennerleins Spiel ein. So macht analog richtig Spaß, selbst wenn man sonst vielleicht mit Hammond-Orgel nicht viel anfangen mag, Barbara Dennerlein ist einfach hörenswert, sie rückt die Hammond gekonnt aus der vermeintlich angestaubten Imageecke heraus, ich kann gar nicht aufhören und muß mindestens einmal am Tag die Platte durchhören und sie ist eigentlich viel zu kurz, für mich hätte es gern auch ein Doppelabum sein können.

Daher meine volle Empfehlung, sei es die Interpretation, der Reportoirewert, die Produktion oder die Pressung.

www.barbaradennerlein.com