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Seine aktuelle DoLP hat nur seinen Namen als Titel und er wollte nach eigenen Aussagen mal was anderes machen und ausgetretene Pfade verlassen. So gibt es nun auch Streicheruntermalungen, wenn auch elektronisch arrangiert. Nein, "Phillisound" bestimmt nicht, da würde man der Produktion arg unrecht tun, es wird eher als stimmungsvolle Ergänzung behutsam eingesetzt.

Brönner geht von unterhaltsamen Arrangements, die das "Easy Listening" streifen über ernstaftere Ansätze bis zu melancholischen Träumereien, "was wäre wenn...". Dabei gleitet er jedoch nie ins Triviale ab, seine Musik bleibt stets für sich und plausibel in sich.

Er hat einige Kollegen um sich geschaart, so auch den Saxophonisten Magnus Lindgren, der zu Brönners Trompete gute Kontras wie Chöre gibt. Robert di Gioia ergänzt das Trio um die Tasten, begleitet werden sie von weiteren verschiedenen Musikern.

Jazz ist wohl die internationalste Musik, dennoch erinnern Brönners Anklänge nicht ganz unbewußt an die Musik in den Staaten, zu der hier auch vieles von Billy Cobham passen würde. Ob die beiden mal zusammen spielen würden?

Die Aufnahme ist eine durchgängig Deutsche Produktion, vornehmlich im Sommer 2012 in den Berliner Hansa Studios eingespielt. Nur das Titelbild hat man in den USA aufgenommen. Dabei hätte diese Straßenszene ebensogut in Berlin aufgenommen sein können... Nett ist noch der kleine Hinweis auf dem Titelbild "A STEREO RECORDING" unterhalb des kleinen Verve-Logos.

Für mich eine sehr schön durchhörbare Platte, die als zusätzlicher MP3-Download (als kleines Goodie für den LP-Käufer) auch im Auto gut paßt. Bis auf die üblichen Verwellungen bei 180g sonst eine saubere Pressung, an der es nichts auszusetzen gibt, auch klanglich.

Wer unterhaltsamen Trompetenjazz mit vielen Schattierungen und Nuancierungen sucht, ist hier richtig.